Funkstille/Kontaktabbruch/Eiszeit

Vor sechs Jahren habe ich den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen. Ein radikaler Schritt, um den wiederkehrenden Verletzungen in einer destruktiven Beziehung zu entkommen. Es war die Konsequenz aus vielen gescheiterten Versuchen das Miteinander in andere Bahnen zu lenken. Doch es ist unmöglich ein Problem gemeinsam zu lösen, das mein Gegenüber nicht einmal in seiner Existenz anerkennt. Und so kam der Tag, an dem ich wusste: bis hier hin und nicht weiter. Ich muss mich und meine kleine Familie schützen. Also ließ ich meine Mutter wissen, dass ich keinen Kontakt mehr zu ihr haben möchte.

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Fuck you, Muttertag!

Das erste was ich heute Morgen nach dem Aufstehen höre: „Blöde Mama!“. Mein Sohn erklärt mir mit wütendem Gesicht, dass er heute keinen guten Tag hat und nichts Gutes machen wird. Und dass ich Bilder zum Muttertag kriege heute. Aber er seins zerrissen hat. Ich atme innerlich tief durch und bleibe gelassen. Wer sagt schon, dass es ein schöner, harmonischer Tag mit kleinen Aufmerksamkeiten werden muss, nur weil Muttertag ist!?

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Als ich erkannte, dass mir die Zeit gestohlen wurde…

Bild: Carparelli Fotografie

Die Anfangszeit als Mutter war eine der furchtbarsten Zeiten meines Lebens. Zwar war ich gesegnet mit einem gesunden Kind, doch die Umstände und mein inneres Erleben verschleierten die Freude darüber für lange, lange Zeit. Erst Jahre später bringt ein weiteres einschneidendes Erlebnis das Ausmaß dessen ans Licht.

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Am Rande des Wahnsinns

Wenn ich gefragt werde, wie das so ist Kinder zu haben und Mutter zu sein, dann antworte ich: Es ist das absolute Schönste und gleichzeitig das Furchtbarste in meinem Leben. Noch nie zuvor war eine Aufgabe für mich so erfüllend und zeitgleich so unheimlich schwer, manchmal unmöglich. Höhen und Tiefen liegen nah beieinander. Und mit meinem Sohn an Board fahren wir diese Berg- und Talfahrt oft in atemberaubendem Tempo.

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Vom Finden des Weges

BENUTZT_Wanderweg finden

Schon wieder stehe ich an diesem Punkt. Ich lasse den Tag Revue passieren. Für einen Montag gab es überdurchschnittlich viele Highlights: der Sohn hat sich morgens freiwillig die Zähne geputzt. Eine Kundin hat mit Tränen in den Augen hervorgebracht, wie froh sie ist mich zu haben. Die Tochter feiert ihr derzeitiges Lieblingsbuch ab und zitiert daraus munter die kompliziertesten Zaubersprüche. Und dennoch fühle ich…eigentlich nichts. Weiterlesen „Vom Finden des Weges“

Abschied.

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Vor 17 Jahren hat sich meine Oma das Leben genommen. Sie hat Zeit ihres Lebens mit schweren Depressionen gekämpft. Dennoch kam ihr Suizid für meine Familie und mich völlig unerwartet. Als sie ging, ließ sie nichts zurück. Keine wärmenden, tröstenden Worte. Keine Erklärung. Keinen Abschiedsbrief. Und so mache ich das heute selbst. Weil ich daran glauben möchte, dass sie das so getan hätte, wenn es ihr möglich gewesen wäre. Weiterlesen „Abschied.“